Was hindert ein Unternehmen daran, in effiziente Intralogistik-Lösungen zu investieren und sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen? Ich behaupte, dass es häufig Zweifel über die richtige Vorgehensweise gibt. Für Außenseiter ist die Intralogistik-Branche in mehrerlei Hinsicht unübersichtlich. Es gibt viele verschiedene Systeme, Prozesse und Technologien, die sich teilweise gegenseitig ausschließen, teilweise aber auch ergänzen. So entsteht Unsicherheit, die das weitere Vorgehen erschwert oder sogar den Status Quo zementiert.
Dabei ist das Ziel von Anfang an bekannt: effiziente Intralogistik. Das bedeutet, Sie erzielen die angepeilten Ergebnisse mit möglichst sparsamem Einsatz von Ressourcen. Aber welche Wege führen zu diesem Ziel?
Als Orientierungshilfe habe ich hier 7 Wege zur effizienten Intralogistik aufgelistet. Die einzelnen Punkte sind als Anregung gedacht, sich über die Intralogistik des eigenen Unternehmens ein paar kritische Gedanken zu machen. Sie richten sich vor allem an diejenigen, die sich nicht tagtäglich mit dem Thema beschäftigen, es aber nicht völlig ignorieren können.
Gerade wenn Sie nicht im Thema „zu Hause“ sind, kann es passieren, dass Sie bei der Beschaffung intralogistischer Produkte oder Dienstleistungen etwas Wesentliches außer Acht lassen, und dafür später Nachteile in Kauf nehmen müssen. Natürlich sollten Sie sich von Experten beraten lassen, aber auch dabei haben Sie bessere Karten, wenn Sie ein Stückweit mitreden können. Vielleicht hilft Ihnen dieser Blog-Artikel, einen kostspieligen Fehler zu vermeiden. Falls nicht, hat es Sie nur ein paar Minuten Ihrer Zeit gekostet.
1. Halten Sie Ihre Systeme aktuell
Angenommen, Sie hätten gerade in neue Intralogistik investiert. Was meinen Sie: wie lange können Sie sich jetzt zurücklehnen und den Dingen ihren Lauf lassen, bevor die neu erworbenen Lösungen veralten? Die Antwort: im Moment der Übergabe beginnt die schleichende Alterung, denn der technische Fortschritt geht unaufhaltsam weiter.
Der an sich positive Prozess der Weiterentwicklung kann dazu führen, dass die schöne neue Anlage bereits nach wenigen Jahren nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist, falls zwischendurch keinerlei Updates durchgeführt wurden. Dann würden Sie irgendwann vor der Frage stehen, ob eine komplett neue Anlage beschafft werden muss, zu entsprechend hohen Kosten.
So weit muss es aber nicht kommen. Am besten Sie informieren sich regelmäßig über neue Komponenten, Software-Updates und dergleichen. Oft lässt sich mit rechtzeitigen Updates, passenden Mitarbeiter-Trainings und neuen Komponenten die Lebensdauer der gesamten Anlage verlängern. Das führt zwar zu regelmäßigen, aber in der Summe geringeren Kosten, im Vergleich mit einer kompletten Neubeschaffung nach etlichen Jahren ohne Modernisierung.
Haben Sie Bedenken, sich mit langjährigen Wartungs- und Serviceverträgen an den Hersteller der Anlage zu binden? Denn schauen Sie sich auf dem Markt in Ruhe um. Es gibt Anbieter, die auch Fremdsysteme professionell warten, Sie haben also Alternativen.
2. Rechnen Sie verschiedene Szenarien durch
Unternehmen in der freien Wirtschaft müssen über kurz oder lang Gewinne erzielen, sonst verschwinden sie vom Markt. Zugegeben, das ist keine neue Erkenntnis, allerdings eine, die oft ignoriert wird. Wenn Sie Intralogisitk einkaufen, sollten Sie immer die Bilanz im Hinterkopf behalten. Fragen Sie bei Ihrem Lieferanten nach, welche operativen Kosten entstehen und in welcher Zeit sich die verschiedenen Systeme amortisieren. Schauen Sie bei Ihren Berechnungen nicht nur auf das best-case Szenario, sondern auch auf den worst-case und die wahrscheinlichste Entwicklung.
Je weiter der break-even einer Anlage in der Zukunft liegt, desto größer ist natürlich die Ungenauigkeit in der Vorhersage. Falls sich das Geschäft nicht wie erhofft entwickelt, ist die Anlage nicht ausgelastet. Dadurch verschiebt sich der break-even noch weiter nach hinten und Ihr Kapital ist in einer überdimensionierten Anlage gebunden.
Ein gutes Zeichen ist, wenn Intralogistik-Anbieter von Ihnen ganz konkrete Daten zu Ihrem Geschäftsmodell und zu einzelnen Prozessen abfragen, bevor Sie Ihnen ein Angebot vorlegen. Das deutet darauf hin, dass nicht „von der Stange“ geliefert wird, sondern ein System installiert werden soll, dass sich an Ihren spezifischen Anforderungen orientiert. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, den break-even der Anlage schnell zu erreichen.
3. Zuverlässigkeit geht vor
Intralogistik-Lösungen müssen zuverlässig arbeiten. Ihre Anlage kann nur Geld verdienen, wenn sie fehlerfrei läuft. Stillstandszeiten und Ausfälle schmälern also letztendlich den Gewinn, der am Ende des Jahres übrigbleibt.
Dieser Punkt ist natürlich vor allem bei Systemen mit hohem Automatisierungsgrad relevant, betrifft aber auch die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technik. Menschen sind eine potentielle Fehlerquelle, deshalb ist es die Aufgabe der Technik, den Menschen zu unterstützen. Idealerweise erreichen Sie auch mit halbautomatischen Systemen eine sehr hohe Zuverlässigkeit, die sich unterm Strich auszahlt.
Dieses Thema betrifft auch die Verwendung modernster Technologien. Bei Neuentwicklungen, die noch keine Gelegenheit hatten, sich im Alltag zu bewähren, besteht ein gewisses Risiko. Das soll nicht heißen, dass Sie auf neue Produkte und Lösungen verzichten sollten, denn technologischer Fortschritt ist natürlich auf fortschrittsfreundliche Anwender angewiesen. Ein paar „Kinderkrankheiten“ sind bei neuen Technologien kaum zu vermeiden und meistens auch rasch ausgemerzt. Lassen Sie es aber nicht soweit kommen, dass Ihr schönes neues Versandzentrum zum Testlabor für unausgereifte Technik wird. Es ist absolut berechtigt, nach Referenzen zu fragen, also vergleichbaren Installationen, die bereits zuverlässig arbeiten.
Die Punkte 4 – 7 folgen im 2. Teil des Artikels.
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